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Willkommen im Nebel – Warum ich diesen Blog schreibe

  • Fabian Kasper
  • 1. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Aug. 2025

Gedanken im Nebel

Hallo, ich bin Fabian – und das hier ist mein erster Beitrag auf Gedanken im Nebel.

Ein Blog über mentale Gesundheit. Über Unsichtbares. Über das, was nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist. Und über das, was bleibt, wenn der Alltag leise wird und die Gedanken laut.

Der Wendepunkt: Lockdown

Für mich begann alles spürbar mit dem ersten Lockdown.Plötzlich war da Stille – aber keine angenehme. Zu viel Zeit, zu viele Gedanken, zu wenig Ablenkung. Ich war allein mit mir, und rückblickend hat mir

das nicht gutgetan. Ich habe mich zunehmend zurückgezogen, meine Gedanken wurden dunkler, mein Körper angespannter, mein Schlaf schlechter.

Irgendwann kam die erste Verdachtsdiagnose: soziale Phobie.Das war ein Moment, in dem ich gleichzeitig erleichtert und unzufrieden war. Erleichtert, weil es endlich einen Namen für das gab, was ich fühlte. Aber unzufrieden, weil ich spürte: Das ist nur ein Teil des Puzzles.

Drei Jahre Schweigen

Fast drei Jahre habe ich mit niemandem darüber gesprochen.Ich habe funktioniert, gelächelt, überspielt. Innen war es leer.Bis ich eines Tages mit meiner Frau gesprochen habe – oder besser: sie hat es mir möglich gemacht. Ohne Druck, ohne Urteil, einfach mit offenen Armen und einem offenen Herzen. Sie hat mir gezeigt, dass ich darüber sprechen darf. Und kann.

Was dann kam

Heute weiß ich mehr über mich.Ich lebe mit mittel bis schwerer Depression, einer generalisierter Angststörung, einer generalisierter Panikstörung, einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS), ADHS und einer nichtorganischen Schlafstörung.Aktuell steht außerdem eine Verdachtsdiagnose auf Borderline im Raum.

Diese Liste ist lang – aber sie ist nicht alles, was ich bin.Sie ist Teil meiner Realität. Aber ich bin trotzdem Mensch. Partner. Freund. Neugieriger Geist. Schreibender Kopf. Und jemand, der das Leben trotz allem immer wieder lieben will.

Klinik. Krise. Klarheit.

Meine Klinikaufenthalte waren schwer. Es ist nicht leicht, sich mit den eigenen Themen zu konfrontieren – erst recht nicht in einem Umfeld, das einem fremd ist. Aber diese Aufenthalte waren notwendig.Dort habe ich gelernt, mich ernst zu nehmen. Und: mir selbst zu glauben.

Ich habe dort nicht die Lösung gefunden, aber ich habe mich gesehen.Vielleicht zum ersten Mal.

Mein Warum

Seit ich offen über meine Geschichte spreche, hat sich vieles verändert.Ich erfahre mehr Verständnis – nicht nur von anderen, sondern auch von mir selbst. Ich bin gnädiger mit mir. Ich höre besser hin. Und ich verstehe: Ich bin nicht kaputt. Ich bin nicht falsch. Ich bin einfach jemand, der kämpft – und fühlt.

Ohne meine Frau hätte ich das nicht geschafft.Sie war mein Anker, mein sicherer Ort, mein Mut.Sie hat mich getragen, wenn ich selbst nicht mehr konnte.

Was dich hier erwartet

Gedanken im Nebel ist kein Fachblog. Ich bin kein Experte.Aber ich bin jemand, der seine Geschichte teilt – ehrlich, ungeschönt, aber auch mit Hoffnung. Ich schreibe über Erfahrungen, Rückschläge, Lichtblicke, über Mythen und Realität.Ich schreibe, weil ich hoffe, dass sich jemand darin wiederfindet.Weil ich zeigen will: Du bist nicht allein.

Vielleicht hilft dir ein Text hier.Vielleicht gibt dir etwas davon einen anderen Blick auf das, was du fühlst.Und vielleicht fühlst du dich danach ein kleines Stück weniger verloren im Nebel.

Danke, dass du da bist.

Autor: Fabian K. | 01.08.2025


 
 
 

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